Aussprache

Aus Hessischpedia
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In unserem Wörterbuch und in unserem Mundart Portal finden sich viele Wörter in oftmals merkwüdiger Schreibweise. Das kommt daher, dass diese so geschrieben werden wie sie gesprochen werden. Und genau das führt auch zu den oftmals verschiedenen Schreibweisen eines Wortes. Zum Beispiel Ebbelwoi, Abbelwei, Äbbelwoi; diese Schreibweisen sind alle richtig, denn sie geben die Sprechweise wieder.

Im folgenden wird nun die Aussprache der Schreibweisen erlaeutert:

Hessisch

Aussprache I

Einem fällt auf, dass in manchen Wörtern mehrere Vokale (Selbstlaute) aufeinander folgen, zu denen wir die Aussprache erläutern wollen.

oa = å So ähnlich wie in Mont Blanc

ou = ɔu So wie in engl. boat

Zwar kein Selbstlaut aber trotzdem oft verwendet:

ch (wie bei Aachedeckel) = x So wie in Achat


Eine Vokalverdopplung zeigt die Betonung dieser Silbe an: Sie wird länger.

deutsch-hessisch

Zudem ist noch Folgendes zu beachten, damit man Deutsch in Hessisch übersetzen kann:

Deutsch Hessisch wie in…
p b Politik = Bolidig
eu ei heute = heit
ei eu Wein = Weu *
g sch häufig = haifisch
g j gegen = geje
k g oder gg Musik = Mussigg
t oder d r oder rr Wetter = Wärrer
t d Tag = Dåg
u (um) im umgedreht = imgedreht
un ou unleidlich = ouleidlich
ü i fügen = fiesche
z sch zu essen = se esse
     
* = Weu oder auch Woi    



Zu allen oben genannten Umwandlungen gibt es Ausnahmen und Abweichungen. Die oberen Angaben sind für Odenwälder Hessisch, gelten jedoch im Allgemeinen auch überall in Hessen.


Die Geschichte

Hier noch ein wenig zur Geschichte der Sprache


In Frankfurt (und Südhessen) sagt man eher babbeln, in Nordhessen eher schwätzen oder auch schnuddeln.

Sprachwissenschaftlich unterscheidet man Nieder-, Ost-, Mittel-, Süd- und das sogenannte Neuhessisch. (siehe Dialekte in Hessen)

Als Hesse muß ich aber dazusagen, dass schon von Dorf zu dorf ganz beträchtlich Unterschiede im Dialekt bestehen!

Über die Ursprünge (zitiert aus dem Dialektatlas von DW-World.de):

Das sprachliche Kernland von Hessen liegt übrigens nicht in der heute wichtigsten und weltweit bekannten Finanzstadt Frankfurt, sondern weiter nördlich. In der Nähe der kleinen Stadt Fretzlar, wo Fulda und Eder zusammenfließen, waren die Katten zu Hause, auf die Hessisch zurückgeht. Erst im 16. Jahrhundert, als die dortigen Landgrafen eine Grafschaft bei Darmstadt beerbten, ist der Dialekt nach Süden exportiert waren.

Das ursprünglichste Hessisch wird heute übrigens in Ungarn gesprochen. Dorthin ist vor fast 300 Jahren eine große Gruppe aus der damals sehr armen Region Hessen ausgewandert. Diese Gruppe hat sich zumindest in den älteren Generationen ihre Heimatsprache, das Odenwälderisch und das Stiftsfulderisch bis heute erhalten. Auch unter den Russlanddeutschen werden zum Teil noch sehr alte Formen der hessischen Dialekte gesprochen. Und auch in einer deutschen Gemeinde in Pennsylvania (USA) wird ein Dialekt gepflegt der dem Südhessischen sehr ähnlich ist.

Quelle: wer-weiss-was.de



weitere Lautschriftzeichen:

ː = Längenzeichen
a = kurzes a (wie in kann)
aː = langes a (wie in Magen)
æ = sehr offenes kurzes ä (wie in engl. Gangway)
ʌ = kurzes dumpfes a (wie in engl. Butler)
ã = nasaliertes a (wie in Mont Blanc)
ai = Diphthong (wie in Mai)
au = Diphtong (wie in Baum)
e = halblanges geschlossenes e (wie in gebt)
eː = langes geschlossenes e (wie in Beere)
ə = kurzes dumpfes e (wie in Masse)
əː = langes dumpfes (wie in Churchill)
ɛ = kurzes offenes e (wie in Fest)
ɛː = langes offenes e (wie in ordinär)
ɛi = Diphthong (wie in engl. cake)
ɛ̃ = nasaliertes e (wie in franz. jardin)
i = kurzes i (wie in bin)
iː = langes i (wie in Bibel, Lied)
ɔ = kurzes offenes o (wie in Roß)
ɔː = langes offenes o (wie in engl Wallstreet)
õ = nasaliertes o (wie in Mont Blanc)
ɔi = Diphthong (wie in heute)
ɔu = Diphtong (wie in engl. Bowling)
o = halblanges geschlossesnes o (wie in Obst)
oː = langes geschlossenes o (wie in Moos)
œ = kurzes offenes ö (wie in Köln)
ø = halblanges geschlossenes ö (wie in Fischöl)
øː = langes geschlossenes ö (wie in nervös)
œ̃ = nasaliertes ö (wie in franz. verdun)
u = kurzes u (wie in kurz)
uː = langes u (wie in Gruß)
y = kurzes ü (wie in schützen)
yː = langes ü (wie in führen)

ç = ch (wie in ich)
x = ch (wie in machen)
ŋ = ng (wie in Länge)
s = stimmloses s (wie in essen)
z = stimmhaftes s (wie in Saal)
ʃ = stimmloser sch-Laut (wie in schaffen)
ʒ = stimmhafter sch-Laut (wie in franz. Journal)
dʒ = dsch-Laut (wie in engl. just)
θ = stimmloser Lispellaut (wie in engl. Commonwealth)
ð = stimmhafter Lispellaut (wie in engl. father)
v = w (wie in Wasser)
w = mit stark gewölbten Lippen gesprochenes w (wie in engl. Wells)

Quelle: Wikipedia



Weblinks

Wikipedia - Ourewällerisch

Ein paar nicht ernst zu nehmende Sprachbeispiele